Seelbach-Frettchen
Abstammung:
Frettchen gehören zu den Marderartigen. Sie sind die Haustierform seines wildlebenden Verwandten, des Iltis.
Allgemeines:
Das Frettchen ist im Gegensatz zum Iltis ein Rudeltier und es wird eine paarweise oder besser artgerechte Gruppenhaltung empfohlen. Der Mensch kann trotz aller Liebe und Zuneigung den Artgenossen nicht ersetzen. Sie werden ca. 8-10 Jahre alt. Frettchen haben ein sehr verspieltes freundliches Wesen, man kann sie geradezu als kleine Kobolde bezeichnen. Sie lieben es, beim täglichen Freilauf die Wohnung zu durchstöbern. Bei guter Pflege und intensiver Zuwendung werden sie besonders zahm und machen ihren Menschen viel Freude. Jedoch sind Frettchen für Kinder unter 10 Jahren ungeeignet.
Rüde/Fähe:
Der Rüde, das männliche Frettchen, kann bis zu doppelt so groß (45-55 cm) und schwer (1200-2000 gr.) werden wie eine Fähe.
Die Fähe (Größe 20-40 cm u. Gewicht ca. 600-1100 gr.)ist das weibliche Frettchen. Im Alter von etwa neun Monaten wird auch die Fähe geschlechtsreif und kommt in die so genannte Ranz. Will man keinen Nachwuchs, sollte man die Fähe unbedingt bei Ranzbeginn kastrieren lassen. Es droht sonst eine Dauerranz – ein tödliches Problem!
Haltung/Unterbringung:
Es gibt die Wohnungs- und die Außenhaltung (z.B. auf dem Balkon).
Der Käfig – Ein Heim zum Wohlfühlen. Frettchen brauchen viel Platz. Daher kann ein Frettchengehege nie groß genug sein.
Die Größe des Käfigs sollte eine Mindestfläche von 2 m² für 2 Frettchen betragen. Zudem ist ein täglicher mehrstündiger Auslauf z.B. in der Wohnung erforderlich. Die handelsüblichen „Nagerkäfige“ sind für Frettchen, die gerne klettern und sehr bewegungsaktiv sind, zu eng und daher nicht geeignet. Der Standort des Käfigs sollte ruhig, trocken und vor Sonne geschützt sein. Ab 32°C droht Gefahr des Hitzeschlags!
Bei der Ausstattung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
Grundsätzlich sollte ein mit Tüchern gepolstertes Schlafhaus im Käfig sein - bei der Außenhaltung ist die Schlafhütte zu isolieren. Dann dürfen Katzentoiletten, Wasser- und Futterschalen nicht fehlen. Frettchen lieben Hängematten, Rohre, Körbe und Spielsachen etc. auf mehrere Etagen zum Toben und Ausruhen.
Kein Heu/Einstreu verwenden – kann mitgefressen werden und so zum Darmverschluss führen
Frettchen sind sehr vergleichbar mit den Wildtieren, die ja darauf angewiesen sind, Krankheitssymptome möglichst lange unterdrücken zu können. Der Freilauf sollte täglich 2 x über 1-3 Stunden mit dem Halter erfolgen. Hierbei sollte das Frettchen beobachtet und der Allgemeinzustand beurteilt werden. Deshalb ist eine isolierte Haltung im Freien nicht zu empfehlen!
Pflege:
Die Pflege beinhaltet die tägliche Reinigung des Käfigs und der Katzenklos (mind. 2x täglich), das regelmäßige Krallenschneiden und nach Bedarf die Ohrenreinigung. Beim Fellwechsel im Herbst und im Frühjahr lassen sich mit einer weichen Bürste abgestorbene Haare entfernen.
Baden sollte man ein Frettchen allerdings nur dann, wenn das Fell z.B. nach einem Spaziergang im Freien stark verschmutzt ist.
Ernährung:
Frisches Futter und Wasser müssen ständig zur Verfügung stehen.
Die Ernährung muss artgerecht und abwechslungsreich sein, einem Raubtier angemessen.
Es können z.B. Eintagskücken, Frischfleisch (kein Schweinefleisch!) und hochwertiges Nassfutter/Trockenfutter mit hohem Proteinanteil angeboten werden. Zwischendurch darf es mal etwas Gurke, Paprika, Melone etc. als Leckerbissen sein. Auch etwa 1 x wöchentlich ein Eigelb (das Eiweiß trennen, es zerstört das wichtige Vitamin B) ist eine Leckerei. Als Belohnung, zum Krallenschneiden, um Medikamente zu verabreichen oder um die Frettchen schneller handzahm zu bekommen, eignen sich hervorragend Multivitaminpaste, Pflanzenöl oder Katzenmilch.
Ab und zu ein Babygläschen (mit Fleisch und Reis ohne Gemüse) kann auch unters Futter gerührt werden. Wird das Frettchen einmal krank, sind Babygläschen die beste Ernährung, um es wieder aufzubauen. Sie die Frettchen die Gläschen bereits gewohnt, gibt es weniger Probleme, dass sie es annehmen.
Gesundheitsvorsorge:
1 x jährlich sollte man seine Frettchen dem Tierarzt zur allgemeinen Untersuchung und zur regelmäßigen Schutzimpfung gegen gefährliche Infektionskrankheiten vorstellen.
Ab einem Alter von 5 Jahren können die ersten Wehwehchen auftreten und man sollte gerade dann weitere notwendige Untersuchungen mit dem Tierarzt besprechen.
Nicht jeder Tierarzt kennt sich mit Frettchen aus, denn Frettchen gehören immer noch zu den eher exotischen Patienten in der Tierarztpraxis. Es sollte daher ein Fachtierarzt aufgesucht werden.
Jeder, der sich für die Haltung von Frettchen entscheidet, sollte sich vorher genau über die artgerechte Haltung u. Ernährung der Tiere informieren und sich vorher einmal mit ihnen vertraut machen. Hierfür biete ich auch gelegentlich ein Frettchenschnuppern an. Bevor man Frettchen bei einem Züchter oder gar in einer Zoohandlung kauft, sollte zunächst in Tierheimen und Frettchenhilfen nachgefragt werden.
Dies ist lediglich eine Kurzfassung über Frettchen und die Frettchenhaltung, es gibt noch vieles, was hier nicht angesprochen wurde, das man sicherlich auch noch wissen sollte.
Für Fragen zur Frettchenhaltung habe ich immer ein offenes Ohr.
Gerne organisiere ich bei Interesse ein Frettchenhaltertreffen zum gemütlichen Plausch über die drolligen Vierbeiner!

