Seelbach-Frettchen
Frettchen gehören zu den Fleischfressern (Carnivoren) und sollten als solche auch auf der Basis tierischen Proteins ernährt werden. Einige anatomische Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes räumen dem Frettchen eine Sonderstellung innerhalb der Carnivoren-Familie ein.
1.) Frettchen haben keinen Blinddarm, der bei Hunden und Katzen eine wichtige Rolle bei der Verdauung von Kohlenhydraten und Pflanzenfasern spielt.
2.) Frettchen haben nur einen sehr kurzen Dickdarm, so dass die aufgenommene Nahrung den Verdauungstrakt im Expresstempo von ca. 3-4 Stunden durchläuft. Die Dickdarmlänge des Frettchens beträgt nur ca. 5% der Gesamtlänge des Magen-Darm-Traktes, im Gegensatz zu Hund und Katze, bei denen die Dickdarmlänge ca. 20% der Gesamtlänge des Magen-Darm-Traktes beträgt.
Bedingt durch diese "kurzen Wege" bleibt dem Frettchenorganismus nicht viel Zeit, die aus dem Futter aufgespaltenen Nährstoffe aufzunehmen. Unverdaute pflanzliche Nahrungsanteile würden den Organismus belasten und bei der Aufnahme der wichtigen Nährstoffe behindern. Daher ist es wichtig auf eine ausgewogene Ernährung mit hochwertigem Futter zu achten, wobei „ausgewogen“ im Falle des Frettchens bedeutet 80% Fleisch und 20% Obst, Gemüse, Getreide. Der pflanzliche Anteil der Nahrung wird über die Inhaltstoffe im Trocken- und Nassfutter oder den vorverdauten Mageninhalt ganzer Futtertiere gedeckt, sodass ein Zufüttern von Obst und Gemüse unnötig ist.
Weiterhin besagen Studien aus den USA, dass ständige Fütterung mit kohlenhydratreicher Pflanzenkost im Alter zu Insulinom führen kann. Grundlage hierfür sind Untersuchungen, bei denen festgestellt wurde, dass zu viele Kohlenhydrate die Bauchspeicheldrüse dazu anregen, mehr Insulin zu produzieren und durch diese ständige Überproduktion die Insulinombildung gefördert wird.
Die artgerechte und gesunde Ernährung von Frettchen sollte daher wie folgt aussehen:
* Hochwertiges Frettchen- oder Katzentrockenfutter sollte ständig zur Verfügung
stehen.
* Zu den Hauptmahlzeiten sollte hochwertiges Katzennassfutter, ganze
Futtertiere, Fleisch oder Geflügel gefüttert werden.
* Obst oder Gemüse kann maximal 2 mal alle 14 Tage als Leckerli gegeben werden, und dann bitte jeweils nur ein kleines Stückchen.
* Frisches Wasser sollte ständig in Näpfen und nicht in Nippeltränken angeboten werden. Iltisse trinken in der freien Natur aus Bächen oder Pfützen und lecken nicht den Tau von den Blättern ab; Frettchen würden dieses ebenso machen. Weiterhin trinken die Tiere an Nippeltränken zu wenig, was im Alter zu Nierenproblemen führen kann.
Frisches Fleisch eignet sich sehr gut zur Ernährung von Frettchen und die Aussagen, dass Frettchen bissig werden, wenn sie rohes Fleisch fressen, gehören in die Welt der Mythen und Sagen.
Folgende Fleischsorten eignen sich zur Frettchenernährung und sollten immer roh verfüttert werden, da beim Kochen wichtige Vitamine verloren gehen:
* Rindermuskelfleisch
* Rinderpansen (auch getrocknet)
* Rinderlunge (auch getrocknet)
* Geflügelfleisch
* Hühnerhälse
* Hühnerherzen
* Lamm / Schaf
* Kalb
* Pferd
* Kaninchen
* Gans / Pute
* Wild (außer Wildschwein!)
* und jegliche Innereien, außer vom Schwein
* Schweinefleisch darf nicht verfüttert werden, da es den, für den Menschen unbedenklichen
SHV-1 Virus (Suidae Herpes Virus Typ 1) enthalten kann, der für Frettchen fast immer tödlich ist.
(Aujeszkysche Krankheit)
Innereien sollte man nicht zu häufig und nur in kleinen Mengen verfüttern. Auf Niere und Leber sollte man ganz verzichten, da dieses Abbauorgane sind, die mit Schadstoffen belastet sein könnten.
Folgende Futtertiere eignen sich zur Frettchenernährung und sollten immer komplett mit Fell, Federn und Knochen verfüttert werden:
* Eintagsküken
* Tauben
* Wachteln
* Mäuse
* Ratten
* Salzwasserfisch (ohne Gräten)
Bei größeren Frettchengruppen kann man auch größere Futtertiere geben, wie z.B.:
* Hühner
* Kaninchen
Die Fütterung von Geflügel mit Knochen ist kein Problem; das gefürchtete "Knochensplittern" kommt nur bei gekochten und somit spröde gewordenen Geflügelknochen vor.
Für Frettchen absolut Tabu sollten folgende Dinge sein:
* Salz (schädigt die Nieren)
* Zucker (verursacht Karies, Zahnstein und Übergewicht)
* Süßwasserfisch (enthält Thiaminase, ein Enzym das Vitamin B1 zerstört)
* Rohes Eiweiß/Eiklar (enthält Avidin, einen Biotinräuber)
* Milch (führt zu Durchfall, da Frettchen das Enzym zum Spalten des Milchzuckers
[Lactose] fehlt)
* Schokolade (das im Kakao enthaltene Theobromin kann zu Herzversagen führen)
* Alle Speisen, die für den menschlichen Verzehr zubereitet wurden.
(Quelle: "Loki_GER", www.frettchen-info.net)
Zu den Inhaltsstoffen:
> Rohprotein: Als Rohprotein bezeichnet man den gesamten Eiweißanteil aus tierischen und pflanzlichen Zutaten. Der Anteil an tierischen Proteinen im Rohprotein sollte möglichst hoch sein, das gesamte Rohprotein sollte mindestens bei 35 % liegen. (Quelle: das-futter-froum)
> Rohrfett: Als Rohfett bezeichnet man die Summe aus allen tierischen und pflanzlichen Fetten und Ölen. Der Rohfettanteil sollte mindestens bei 20 % liegen. (Quelle: das-futter-forum)
> Rohasche: Als Rohasche bezeichnet man die im Futter enthaltenen Mineralien
(Quelle: das-Futter-Forum)
> Rohfaser: Als Rohfaser bezeichnet man die unverdaulichen Bestandteile des Futters. Rohfasern vermitteln ein Sättigungsgefühl ohne jedoch den Körper mit verwertbaren Nährstoffen zu versorgen (Quelle: das-futter-forum)
Fasergehalt von über 4 % kann bereits zu Verdauungsstörungen führen (Quelle: Fernando)
Da Frettchen keinen Blinddarm haben, können sie keine komplexen Kohlenhydrate und hohen Gehalte an Rohfaser verdauen. (Quelle: Totally Ferret)
> Taurin, die Aminosäure-Verbindung kann vom Frettchen nicht in ausreichendem Maße selbst produziert werden. Ein Mangel kann unterschiedliche Krankheitsbilder zeigen. Netzhauterkrankungen, Erweiterungen der Herzkammern und Wachstumsstörungen zählen zu den Häufigsten. Taurin, essentielle Aminosäuren zur Stärkung der Sehkraft. (Quelle: Fernando) Unterstützt Wachstum, Augen, Herzfunktion (Quelle: Royal Canin)
> Lecitin ist ein wichtiger Baustein der Zellenmembranen und der Nervenzellen. Lecithin enthält u.a. Cholin und Inositol; zwei Vitamine mit Leberschutzfunktion. Darüber hinaus ist Lecithin bedeutungsvoll für Transport und Verteilung von Fettstoffen (Cholesterin) im Körper. Lecithin unterstützt zusammen mit Linolsäure wichtige Hautfunktionen und sorgt für ein seidig glänzendes Fell. (Quelle: Fernando)
> Yucca-Extrakt minimiert unerwünschte Gerüche bzw. reduziert die Gerüche der Verdauungsprodukte, es bindet die Stoffwechselprodukte im Dickdarm und hemmt die Bildung von Gasen (Ammoniak) usw. Es fördert den Abbau von Schlacken, bremst die Cholesterin-Aufnahme und sorgt für gesunde Gewebe und Ader und für eine bessere Beweglichkeit der Gelenke.
(Quelle: Frettchen4you)
> Omega-3-Fettsäuren sorgen für gesunde Haut und glänzendes Fell. (Quelle: Frettchen4you) Entzündungshemmende Eigenschaften. (Quelle: Royal Canin)
„Rübenschnitzel“ im Futter ist kein Zuckerzusatz. Es werden für das Futter nur bereits ausgepresste Fasern eingesetzt die einen Restzuckergehalt, der so gering ist, dass er im fertigen Futter nicht feststellbar ist. Die Rübenschnitzel stellen das Fasergerüst der Rübe dar und liefern die im Futter enthaltenen Fasern, die positive Einflüsse auf die Darmschleimhäute besitzen. (Quelle: Frettchen4you)
Achtung Fleischanteil:
z.B. 100 gr. Futter: 40 % Rohprotein, davon 65 % tierischen Ursprungs, dann verbleiben von den ehemals 40 % Rohprotein nur noch 26 % tierisches Protein! (Quelle: Loki_GER, Frettchen.de)
Futtermenge:
Ein ausgewachsenes Frettchen benötigt ca. 40-60 gr. pro Tag. (Quelle: Bestes-Futter.de)
Im Futter sollte nicht enthalten sein:
kein Zucker, kein Salz, keine chem. Zusätze, keine Farbstoffe u. künstl. Aromastoffe und kein Getreide als Hauptbestandteil.
(aus versch. Quellen zusammengestellt)

